Donnerstag, 9. Februar 2012
 
 
             

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Rubrik: Klappeauf Redaktion Gehe zu:KlappeAuf Redaktion

René Marik - „KasperPop“

Klappe Auf präsentiert:

Wenn sich der liebeskranke Maulwurf am Ende der Show auf der A9 zwischen Autoreifen und Teerbelag dem Selbstmord hingeben will, weil die angebetete, mal als Rapunzel, mal als Schneewittchen, mal als Gretchen erscheinende zerzauste Barbiepuppe den ganzen Abend über für ihn nichts als ein hysterisches Hüsteln übrig hatte, tut das weh. Schließlich hat sich das wenig ansehnliche, dafür sehschwache Vieh, das darüber hinaus mit weniger Intelligenz, dafür einem umso dolleren Sprachfehler ausgestattet ist, längst in die Herzen der Zuschauer gespielt. „Autschn!“ nennt denn der diplomierte Puppenspieler, Schauspieler und Musiker René Marik passend und vielsagend seinen abendfüllenden Auftritt, in dem er außerdem einen von seinen Qualitäten als grandioser Schauspieler unumstößlich überzeugten Klappmaulfrosch namens Herr Falkenhorst, ein paar liebestolle Putzlappen, einen in Dosenbier verschossenen Eisbär und sich selbst wahlweise als schmachtenden Liedermacher oder prolligen Tourbegleiter der durchgeknallten Puppenschar auftreten lässt. Dass Marik mit derartigem Puppenpunk, der sich in seiner schroffen Art jeder Kunstfertigkeit verweigert und dennoch spielerische Klasse offenbart, immer größere Hallen füllt, konnte er lange selbst nicht glauben. Ein kurzer Clip von einem Auftritt bei der Kurt-Krömer-Show auf YouTube fand im Handumdrehen immer mehr Fans der Internetgemeinde, die den Maulwurf und seine Freunde nun auch live und in natura genießen wollen. Marik, ein Kumpel des Liedermachers und Kabarettisten Rainald Grebe aus gemeinsamen Tagen am Stadttheater von Jena, genießt den unerwarteten Hype und sorgt in immer größeren Hallen für ausgelassene Stimmung. Als „Kleinkunst im eigentlichen Sinne - Kunst mit kleinen Mitteln“ charakterisierte die taz in einem ganzseitigen Artikel Mariks Methode des dadaistischen Minimalismus, in dem die Sprache in ähnlich provisorisch fragmentarischem Zustand erscheint, wie die Puppen, die der Wahlberliner freilich auf den Punkt genau zu animieren versteht.


Mi, 29.09.2010, 20.00 Uhr

CongressCentrum Pforzheim


© ka-city.de, veröffentlicht:
René Marik - „KasperPop“


 
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